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blau: Güntsied

(Fotos: Nina Willms/ www.creativecreations.de)

 

Nachfolgend stehen alle Texte zur CD in plattdeutsch sowie in hochdeutscher und englischer Übersetzung zur Verfügung. Wir bedanken uns bei Steve Westaway für seine Unterstützung bei den englischsprachigen Übersetzungen.

1.   So wied
      (Musik  und Text: W. Willms)

2.   Oosterfüür
      (Musik  und Text: G. Orendi)

3.   Vannacht
      (Musik und Text: W. Willms)

4.   Hiev up
      (Musik  und Text: W. Willms)

5.   Beleevnissen
      (Musik: G. Orendi; Text: A. Olthoff)

6.   Ossen för Engelland
      (Musik:W. Willms; Text: G. Orendi)

7.   De verkehrte Sied
      (Musik: Taj Mahal; Text: G. Orendi)

8.  Rode Wulken
      (Musik: J. Hiatt; Text: W. Willms)

9.   Mama hett seggt
      (Musik: W. Willms; Text: G. Orendi)

10. Stuurkopp
      (Musik: W. Willms; Text: G. Orendi)

11. Miene Week
      (Musik: Taj Mahal; Text: W. Willms)

12. Rezept
      (Musik  und Text: G. Orendi)

13. De Welt in een Leed
      (Musik: L. George; Text: W. Willms)

 

 

1. So wiet

Dat was een Tied, d’r was een Minske nix wert
Was blot Knecht, van d’Heerskupp regeert
Duuknackd van d‘Plicht, van d‘Kark un de Nood
Harr he en Lengen na Freeiheid un Brood
Mit de Norddüütse Loyd över d‘See
Na Amerika, d’r worst Du satt und büst freei

D’r is en Land wiet över d’See
D’r sünd all nanner liek un freei
D’r gifft kien Knecht, kien Buur, kien Kolonat
Van Nood word daar kien een Soldat
D’r is een Land wiet över d’See
So wiet, dat ik Di noit weerseh

Refrain:
Lev wohl, mien Hart, dat Leben
hett hier kien Stee mehr för mi
Lev wohl, mien Hart, mien Leevde
blifft alltied hier bi Di

C-Teil:
Well sük upmakt över d’See
De lett alls torügg
Word siene Lü woll noit weersehn
Disse Padd in d’neeije Welt
Trennt Familien un Frünnen
In de olle Welt gaff‘t kien Weg torügg
D’r is een Land wiet över d’See
So wiet, dat ik Di noit weerseh

1. So weit

Es war eine Zeit, da war der Mensch nichts wert
War nur Knecht, von der Herrschaft regiert
Den Nacken gebeugt von Pflicht, Kirche und Not
Hatte er eine Sehnsucht nach Freiheit und Brot
Mit dem Norddeutschen Lloyd über das Meer
Nach Amerika, da wirst du satt und bist frei.

Es gibt ein Land weit übers Meer
Da sind alle gleich und frei
Da gibt es keinen Knecht, keinen Bauern, kein Kolonat
Da wird keiner zum Soldat sein gezwungen
Es gibt ein Land weit überm Meer
So weit, dass ich dich nie wieder seh.

Refrain:
Leb wohl, mein Herz, das Leben
Hat hier keinen Platz mehr für mich
Leb wohl, mein Herz, meine Liebe
Bleibt allezeit hier bei Dir

C-Teil:
Wer sich auf macht übers Meer
Der lässt alles hinter sich
Wird seine Leute sicher nie wieder sehen
Dieser Weg in die Neue Welt
Trennt Familien und Freunde
In die Alte Welt gab es keinen Weg zurück
Es gibt ein Land weit überm Meer
So weit, dass ich dich nie wieder seh.

1. Such a long way away

There was a time, when man was worth nothing
Was only servant, ruled by master and mistress
Bowed down with the weight of duties, the church, and poverty
He had a yearning for freedom and bread
With the North German Lloyd across the sea
Heading for America will fill you up and give you your freedom.

There is a land a long way across the sea
Where all are equal and free
There is no servant, no master, no bondage
There will no one be drafted into the army
There is a land a long way across the sea
Such a long way away, that I shall never see you again.

Chorus:
Fare well, my heart, life
Has no longer got a place for me here
Fare well, my heart, my love
Will always be here with you

C-part:
Those who set out across the sea
Leave everything behind
Won´t see their people ever again
This road to the New World
Separates families and friends
There was no way back to the Old World
There is a land a long way across the sea
Such a long way away, that I shall never see you again.

 

2. Oosterfüür

Wilfried Rohde was uns Baas.
Wi schoven mit de Wagen los
De harr al leeg en Bült Gewicht
En Peerd of Trecker harr ´n wi nich
De Dießelboom, dat was uns Stüür
Up Tour dör ´t Dörp för ´t Oosterfüür.  

(Text trad.:)
Wi sammelt wat to ´t Oosterfüür
De ollen Teertünnen sünd to dür
Willt ji us noch ´n bietje geven
Schüllt ji Freude mit beleven.
Laat us nich to lange stahn
Denn wi mööt noch wiedergahn.

Eerst seen wi uns Spröökje up
Denn smeten wi up d´ Wagen rup
Strüük un Holt un Papp un Stroh
Dat gaffen uns de Lüü, daarto
Noch bietje Geld för´t Füürwark.
Un up d´ Wagen wuss en Barg.

De Hopen was uplesd heel groot
De Oosternacht scheen gleunig rood
All Dörpslüü stunnen rund herum
En Treckbüdel fung an to summen
Wi hebbt ´rumjachtert as unklook
Un in de Ogen beet de Rook.
 
De Groten keken nich na uns
Un wi probeerden blaue Dunst
Harr ´n Vaders Zigaretten klaut
De moken kodderig un benaut
Dat Füürwark hett mooi blitzt un kraakt
So hebbt wi d´ Wintertied verjaagt.

Wenn wi vandaag um ´t Füür ´rum stahn
Denn denk ik faken noch d´r an:
Heet keem ´t van vörn, van achtern kold
De Dwalm truck pottdicht över ´t Land
Wi gluupden in de gleinig Brand
Ik wuss: nu kummt dat Vörjahr bold.

(Text trad.:)
Wi sammelt wat to ´t Oosterfüür
De ollen Teertünnen sünd to dür
Willt ji us noch ´n bietje geven
Schüllt ji Freude mit beleven.
Laat us nich to lange stahn
Denn wi mööt noch wiedergahn.
Mööt noch ganz na d´ Moor henup,
Daar gifft wat mit de Ballerschupp.
Witte Tweern, swatte Tweern
Gitzig Lü, de geevt neet geern.

Wi sammelt wat to ´t Oosterfüür....

2. Osterfeuer

Wilfried Rohde war unser Anführer
Wir schoben mit dem Wagen los
Der war schon leer ziemlich schwer
Ein Pferd oder einen Trecker hatten wir nicht
Gelenkt haben wir mit der Deichsel
Auf Tour durch das Dorf für das Osterfeuer.

(Trad. Sammelspruch:)
Wir sammeln was fürs Osterfeuer
Die alten Teertonnen sind zu teuer
Wollt Ihr uns noch etwas geben
Sollt Ihr damit Freude erleben
Lasst uns nicht zu lange stehen
Denn wir müssen noch weitergehen.

Erst sagten wir unseren Spruch auf
Dann schmissen wir auf den Wagen
Buschwerk und Holz und Pappe und Stroh
Das gaben uns die Leute, dazu
Noch etwas Geld fürs Feuerwerk
Und auf dem Wagen türmte sich ein Berg.

Der Haufen war schließlich sehr groß
Die Osternacht erglühte rot
Alle Dorfbewohner standen rund herum
Eine Ziehharmonika  fing an zu summen
Wir haben ausgelassen herumgetobt
Und der Rauch biss in die Augen.

Die Erwachsenen achteten nicht auf uns
Und wir probierten blauen Dunst
Hatten Vaters Zigaretten geklaut
Die machten schwindelig und benommen
Das Feuerwerk hat schön geblitzt und gekracht
So haben wir den Winter verjagt.

Wenn wir heutzutage um das Feuer herum stehen
Denke ich oft noch daran:
Heiß kam es von vorn, von hinten kalt
Dichter Qualm zog über das Land
Wir starrten in die Glut
Ich wußte: jetzt kommt das Frühjahr bald.

(Trad. Sammelspruch:)
Wir sammeln was fürs Osterfeuer
Die alten Teertonnen sind zu teuer
Wollt Ihr uns noch etwas geben
Sollt Ihr damit Freude erleben
Lasst uns nicht zu lange stehen
Denn wir müssen noch weitergehen.
Müssen noch ganz runter zum Moor
Da gibt es was mit der Wurfschaufel
Weißer Zwirn, schwarzer Zwirn
Geizige Leute geben nicht gern.

Wir sammeln was fürs Osterfeuer....

3. Bonfire On Easter Saturday

Wilfried Rohde was our leader
We gave our cart a push
Which was heavy, even when empty
We had no horse nor tractor
And steered with the shaft
On tour through the village for the Easter bonfire

(Traditional saying:)
We collect for the bonfire on Easter Saturday
The old tar barrels are too expensive
Please will you give us something
That will also give you pleasure
Don´t let us stand here too long
Because we have to go on.

First we said our little piece
Then we threw bushes and wood and cardboard and straw
up on the trailer
Which was given to us by the people
and some money for the fireworks
And on the trailer the pile grew like a mountain.

At last the heap was very big
Easter Saturday Night glew red hot
All villagers stood right around
An accordion started to play
We rollicked around boisterously
And smoke stung our eyes.

The grown-ups didn´t keep an eye on us
And we tried to have a smoke
Had stolen our father´s cigarettes
Which made us get dizzy and light headed
The fireworks flashed and cracked
Thus we drove away Winter.

When we stand around the fire these days
I often think of how
We had heat in front, and cold behind
Dense smoke drifted across the land
We stared at the embers
I knew: Spring is coming soon now.

(Traditional saying:)
We collect for the bonfire on Easter Saturday
The old tar barrels are too expensive
Please will you give us something
That will also give you pleasure
Don´t let us stand here too long
Because we have to go on.
We have yet to go down to the moor
There we´ll get some with the big shovel
White thread, black thread
Miserly people don´t like to give

We collect for the bonfire on Easter Saturday....

 

3. Vannacht

Ik bün de hele Week up Tour
De Arbeid so stuur
Un kien Enn in Sicht
Nüms de Di anlacht
An d´ Avend up Di wacht
Wenn denn Fieravend is

Refrain:
Ik hebb so ’n Lengen na Di
Hebb so ’n Jank na Huus
Veer Stünnen um un bi
Denn bün ik weer tohuus
Un weer bi Di
Holl Di in mien Arms
Vannacht
Ik bün al up de Weg
Holl Di in mien Arms
Vannacht

Fiev Dagen na d´ Fabrik hen
Kien Minske de ik kenn
In de frömde Stadt
Fiev Dagen marachen
Up dat Weekenenn wachten
Un de Dagen tellen

Refrain:

Un nu tell ik de Stünnen
De Minüten, Sekünnen
Bit ik bi Di bün
Disse Straat sünner Enn
De ik butenkopps kenn
Brengt mi hen na Di

Refrain:
3. Heute Abend

Ich bin die ganze Woche auf Tour
Die Arbeit so anstrengend
Und kein Ende in Sicht
Keiner, der Dich anlacht
Abends auf Dich wartet
Wenn Feierabend ist

Refrain:
Ich hab so Sehnsucht nach Dir
Hab so ein Verlangen nach zu Haus
Ungefähr vier Stunden
Dann bin ich wieder zu Hause
Und wieder bei Dir
Halt Dich in meinen Armen
Heute Abend
Ich bin schon auf dem Weg
Halte Dich in meinen Armen
Heute Abend

Fünf Tage in die Fabrik
Kein Mensch, den ich kenne
In der fremden Stadt
Fünf Tage schuften
Auf das Wochenende warten
Und die Tage zählen

Refrain:

Und  nun zähle ich die Stunden
Minuten, Sekunden
Bis ich bei Dir bin
Diese endlose Straße
Die ich auswendig kenne
Bringt mich zu Dir

Refrain:

3. Tonight

I am on tour for the whole week
Work is so exhausting
And no end in sight
No one smiles at you
Waiting for you in the evening
At finishing time

Chorus:
I´ve got a longing for you
I´ve got a longing for home
About four hours to go
Then I´ll be home again
And again with you
Hold you in my arms
Tonight
I´m already on my way
Hold you in my arms
Tonight

Five days in the plant
No one that I know
Feeling alien in this town
Five days of hard work
Waiting for the weekend
Counting the days.

Chorus:

And now I count the hours
The minutes and seconds
Till I get to you
This endless road
That I know like the back of my hand
Leads me to you

Chorus:
 
    
4. Hiev up, he geiht

He was nett veerteihn Jahr, up sien eerste Fahrt
Gah man bi d´ Loggers, harr Vader seggt
Kien Lehrstee, kien Arbeid, well weet wat noch word
Un bliffst du bi d´ Seefahrt, is ’t ok recht
As de Bulgen over ‘t Schipp hen gungen
Was de Reepscheter dree Dagen krank
Man bi ´t „Hiev up“ hett he sük weer fungen
Un satt ok bi ’t Slachten up d´ Bank

Refrain:
Treckt an jo Laatsch, bind vör jo Fell
Is hole Manns hole, verstaht ji mi well?
Geschoten de Fleet, Schippszeising holl fast
Hiev up, he geiht, mörgen teihn Last.

Van d´ Matrosen harr kieneen de Seefahrt lehrt
Se  wassen Anstriekers, Mürkers un Buren
Man hör Arbeid de hett sien Mann neet mehr nährt
Un d’r mussen s´ na annerswat luuren
Sess Weken up See un blot dree Dagen an Land
D’r is mennigeen Deern woll utnaiht
Un de Hüür gung futt van de Hand in de Tand
D’r hebben sük Koopmann un Weertslüü an freit

Refrain:

Man de Schippen de sünd jümmers groter worden
För de Loggers rögde kieneen de Hand
Nüms kunn för ‘n Hand vull Kantjes fahr´n
Bi ´t „Hiev up“ gaff ‘t blot swatte Want
Blot de Reeders, de sünd alltied rieker worden
Un all mutten de Zeche betahlen
Man wi bebbt neet blot de Loggers verlor´n
´t word Tied dat wi uns wat weer halen

Refrain:

4. Zieht hoch, da geht er

Er war gerade vierzehn Jahre auf seiner ersten Fahrt
Geh ruhig zu den Loggern, hatte Vater gesagt
Keine Lehrstelle, keine Arbeit, wer weiß was noch wird
Und bleibst du bei der Seefahrt, ist es auch recht
Als die Brecher über das Schiff hin gingen
War der Reepscheter drei Tage krank
Aber beim „Hiev up“ hatte er sich wieder gefangen
Und saß auch beim Schlachten auf der Bank

Refrain:
Zieht an Eure Seestiefel, bindet Euch das Fell vor
Alle Mann durchholen, versteht ihr mich?
Geschotet das Treibnetz, Schiffszeising schnell eingeholt
Zieht hoch, da geht er, morgen (werden es) zehn Lasten (sein).

Von den Matrosen hatte keiner die Seefahrt gelernt
Es waren Anstreicher, Maurer und Bauern
Aber ihre Arbeit hat ihren Mann nicht mehr ernährt
Und da mussten sie sich nach etwas anderem umsehen
Sechs Wochen auf See und nur drei Tage an Land
Da hat so manches Mädchen das Weite gesucht
Und die Heuer ging gleich von der Hand in den Mund
Daran hatten Kaufmann und Wirte ihre Freude.

Refrain:

Aber die Schiffe sind immer größer geworden
Für die Logger rührte niemand eine Hand
Niemand kann für eine Handvoll Heringsfässer fahren
Beim „Hiev up“ gab es nur noch leere Netze
Nur die Reeder sind immer reicher geworden
Und alle mussten die Zeche bezahlen
Aber wir haben nicht nur die Logger verloren
Es wird Zeit, dass wir uns was wieder holen

Refrain:

4. Heave up, she goes

He was only just fourteen on his first trip
Join the herring boats, father had said
No apprenticeship, no work, who knows what's to come
And if you stay with seafaring, it´ll be all right
As the breakers broke over the ship
The apprentice was sick for three days
But with the „Heave ho“ he had steadied himself again
He joined them on the bench when they gutted the fish

Chorus:
Put on your seaboots, tie up your apron
Hoist with all hands, you understand
Haul aft the that drift net, the gasket quickly hauled
Heave up, there she goes, tomorrow ten loads

Among the sailors no one had learned the trade of seafaring
They had been house painters, bricklayers and peasants
But they couldn´t make a good living in these professions
And so they had to look for something else
Six weeks on sea and only three days ashore
So many a girl took to her heels
And the wages went straight from hand to mouth
That gave a lot of joy to grocers and landlords.

Chorus:

But the ships have become bigger and bigger
Nobody lifted a finger for the herring-boats
Nobody can afford a voyage for only a handful of barrels of herring
Heaving up the driftnet, they found it empty
Only the shipowners became more and more rich
And everybody had to foot the bill
But we´ve not only lost the herring-boats
It is about time that we get us something back

Chorus:

 
   
5. Beleevnissen

All weer dat verkehrte Bladdje in d´ Breefkasten
De Klingel geiht ok nich
Strunt liggt overall in´t Trappenhus
Un dat stoomt ofsünnerlik

Refrain:
Ik hör noch de Ruugfrost in dien Stimm
Seh vör mi noch dien verknepen Gesicht
Un ik denk an mien blöderg Hart,
Dat daar in Hambörg up d´ Trappen liggt

Noch en Barg Papier up d´ Schrievdisk
Ik kann de Bleeistift haast nich hollen
De Melk up d´Heerd is overkookt
All Blössems van d´ Bloompott offallen

Refrain:

Kien Kees mehr in mien Köhlschapp
De Botter al völs to old
Ik hebb mi Solt in de Tee daan
Ut d´ Waterkraan drüppt ´t ieskold

Refrain:

Buten ballert van tegenöver
Vör ´t Fenster en Presslufthamer
Innerlik föhl ik mi klamm
Daarbi is ´t brannerg heet in mien Kamer…

Refrain:

5. Erlebnisse

Schon wieder die falsche Zeitung im Briefkasten
Die Klingel geht auch nicht
Müll liegt überall im Treppenhaus
Und es stinkt seltsam

Refrain:
Ich hör noch den Rauhreif in deiner Stimme
Sehe vor mir noch dein verkniffenes Gesicht
Und ich denke an mein blutendes Herz
Das da in Hamburg auf der Treppe liegt

Noch ein Berg Papier auf dem Schreibtisch
Ich kann kaum noch den Bleistift halten
Die Milch auf dem Herd ist übergekocht
Alle Blüten von der Topfblume abgefallen

Refrain:

Kein Käse mehr in meinem Kühlschrank
Die Butter schon viel zu alt
Ich habe mir Salz in den Tee getan
Aus dem Wasserhahn tropft es eiskalt

Refrain:

Draußen rattert von gegenüber
Vor dem Fenster ein Presslufthammer
Innerlich fühle ich mich klamm
Dabei ist es brennend heiß in meinem Zimmer...

Refrain:

5. Experiences

The wrong newspaper in the postbox again
The doorbell doesn´t work either
Garbage lies all over the stairs
And there´s a strange smell

Chorus:
I still remember the frost in your voice
See before me your strained face
And I think of my bleeding heart
That´s lying there in Hamburg on the stairway

Still a pile of paper on my desk
I can hardly hold the pencil
The milk on the stove has boiled over
All blossoms have fallen down from the potted plant

Chorus:

No more cheese in my fridge
The butter´s already much to old
I put salt into the tea
Icecold water dripping from the water tap

Chorus:

Outside opposite my window
A Jack hammer rattles
Inside I feel clammy
But still it´s burning hot in my room...

Chorus:

 
 
6.  Ossen  för Engelland

Achtteihnnegenunsesstig
Huusde up Good Noordenhamm
En Vertreder
Van de Noorddütse Lloyd
Willem Müller was sien Naam.

De Ossen ut Butjarland,
Hebbt s´ na hum henbrocht;
Un Willem Müller
Verköffde de
Na Engelland, daar wurr ´n ´s slacht.
Refrain 1:
Ja, dat was de wille
Westen hier in ´t Fresenland.

An d´ Pier dat Schipp schull hunnert
Van d´ Ossen overnehmen,
Kien Minsk wuss,
Woso de nich
To d´ Tied bi ´t Schipp ankemen.

Refrain 2:
Penntjeslicker un Buren
De könt nich Hand in Hand
De een de hett sien Boken
De anner de Verstand
Penntjeslicker un Buren
De könt nich Hand in Hand
Ja, dat was de wille
Westen hier in ´t Fresenland.

Völ to laat keem Gerd Lübben
Mit sövenunnegentig Ossen an.
Müller schreevde: „För de dree
Beesten muttst du mi instahn.“

Lübben see: „Deit mi leed,
Een Beest is mi versopen
In Eckwardersiel
Buten in d´ Priel
Un ik kunn de Nacht nich slapen.

Denn bi d´ Langwarder Möhlen
Leep een Beest in d´ Flögels rin.
Daar gaff dat Mett
Un een is utnaiht
Ik kunn ´t nich weerfinn´n.“

Refrain 2:

Willem Müller, heel in Brast,
Greep sük an de Bregen:
"Disse Lübben döggt
As Cowboy nix. Is de
Dumm of will de mi bedregen?“

Kunn ween, dat Gerd Lübben
N´ Oss weer up twee Benen.
Man ik glööv
De Keerl, de weer
So plietsch as anners keen.

Refrain 2:

6. Ochsen für England

Achtzehnhundertneunundsechzig
Wohnte auf Gut Nordenhamm
Ein Vertreter
Des Norddeutschen Lloyd
Wilhelm Müller war sein Name.

Die Ochsen aus Butjadingen
Haben sie zu ihm gebracht
Und Wilhelm Müller
Verkaufte die
Nach England, da wurden sie geschlachtet.
Refrain1:
Ja, das war der Wilde
Westen hier im Friesenland.

An der Pier das Schiff sollte hundert
Dieser Ochsen übernehmen
Niemand wußte
Warum die nicht
Pünktlich am Schiff ankamen.

Refrain 2:
Schreibtischhocker und Bauern
Die können nicht gut miteinander
Der eine hat seine Bücher
Der andere den Verstand
Schreibtischhocker und Bauern
Die können nicht gut miteinander
Ja, das war der Wilde
Westen hier im Friesenland.

Viel zu spät kam Gerd Lübben
Mit siebenundneunzig Ochsen an.
Müller schrie: „Für die drei
Tiere muß du mir einstehen!“

Lübben sagte:“Tut mir leid,
Ein Tier ist mir ertrunken
In Eckwardersiel
Draußen im Priel
Und ich konnte die Nacht nicht schlafen.

Dann bei der Langwarder Mühle
Lief ein Tier in die Flügel
Da gab es Hackfleisch
Und eins ist ausgerissen
Das konnte ich nicht wieder finden.

Refrain 2:

Wilhelm Müller, sehr in Wut,
Griff sich an den Kopf:
„Dieser Lübben taugt
Als Cowboy nichts. Ist der
Dumm oder will er mich betrügen?“

Kann sein, dass Gerd Lübben
Ochse auf zwei Beinen war.
Aber ich glaube,
Der Kerl, der war
So gerissen wie sonst keiner.

Refrain 2:

6. Oxen for England

Eighteen hundred and sixtynine
There lived in the manor house of Nordenhamm
A representative
Of the North German Lloyd
By the name of Wilhelm Müller.

The Oxen from Butjadingen
Were brought to him
And Wilhelm Müller
Sold them
To England, where they were slaughtered
Chorus:
Yes, that was the Wild
West here in Friesland.

That ship at the pier was destined to take over
One hundred of these oxen
No one could say
Why they didn´t arrive
At the ship in time

Chorus 2:
Penpushers and farmers
Don´t get along well with one another
The one sticks to his book-keeping
The other has got his common sense.
Penpushers and farmers
Don´t get along well with one another
Yes, that was the Wild
West here in Friesland.

Much too late Gerd Lübben arrived at last
With ninety-seven oxen
Müller cried: „You are liable for those three
Missing beasts!“

Lübben said: „ I ´m sorry,
One beast has drowned
In Eckwardersiel
Out in the tideway
And I could get no sleep for the whole night.

Then, at the Langwarden windmill
One beast ran right into the vanes
The result was minced meat
And one has escaped
I could not find it again.

Chorus 2:

Wilhelm Müller was very furious
He couldn´t figure it out:
„This Lübben wouldn´t make
A good cowboy. Is he
Stupid or is he a swindler?“

May be that Gerd Lübben
Was a twit
But I think,
That guy was
More cunning than anyone else.

Chorus 2:

 
         
7. De verkehrte Sied

Up de Autobahn is all weer Stau
Ik stah up de rechte Sied.
Links van mi rückt se na vörn
Un ik hebb doch gaar kien Tied!
Daarum word na links nu blinkt
Bit dat mi een röver winkt.
Man denn seh ik dat Malör:
Miene Rieg
Rögt sük nich
Blot de anner Rieg rückt vör.

Na de Arbeid will ik noch
Fix inkopen gahn.
Vör de Kassen stahn de Lü
In twee Riegen an.
Ditmaal gah ik futt links stahn
So koom ik wall gauer  d´ran.
Man denn seh ik dat Malör:
Miene Rieg
Rögt sük nich
Blot de anner Rieg rückt vör.

Wenn di blot dat interesseert
Waar ´t för di gauer geiht,
Denn kummst du wall nargends hen,
Un du hest dien Tied verkleit.
De rechte Richt sall mi nich kehr´n,
Kannst an d´ Knopen ofklaveern.
Man bestimmt geböhrt ´t all weer:
Miene Rieg
Rögt sük nich
Blot de anner Rieg rückt vör.

Rechts of Links, ja dat is man
Mehr as en verscheden Richt.
In de Politik stahn rechts
De mit Knüppels droht un schriegt.
Lever will ik mit de gahn,
De up´d Straat daartegen stahn.
Man bold seh ik dat Malör:
Denn uns Rieg
Rögt sük nich
Blot de anner Rieg rückt vör.


Blot in d´Hemel,  hebb ik hört,                        
Sünd de rechts stahn all gerecht,
Un de links, de Sünners, de
Mööt na ´n Düvel, so word seggt.
Wenn ik denn maal dootbleven bün
Will ik ok na d´ Hemel rin.
Man bestimmt geböhrt ´t all weer:
Miene Rieg
Rögt sük nich
Blot de anner Rieg rückt vör.

7.Die falsche Seite

Auf der Autobahn ist schon wieder Stau
Ich stehe auf der rechten Spur
Links von mir rücken sie nach vorn
Und ich habe doch gar keine Zeit!
Darum wird nun nach links geblinkt
Bis mich einer rüber winkt
Aber dann sehe ich das Malheur
Meine Schlange
Rührt sich nicht
Nur die andere Schlange rückt weiter.

Nach der Arbeit will ich noch
Schnell einkaufen gehen.
Vor den Kassen stehen die Leute
In zwei Schlangen an
Diesmal stell ich mich sofort links an
So komme ich vermutlich schneller dran.
Aber dann sehe ich das Malheur
Meine Schlange
Rührt sich nicht
Nur die andere Schlange rückt weiter.

Wenn du dich nur dafür interessiert
Wo es für dich schneller geht
Dann kommst du wohl nirgends hin
Und du hast deine Zeit verschwendet.
Die richtige Richtung soll mich nicht scheren
Kannst du an den Knöpfen abzählen.
Aber bestimmt geschieht es schon wieder:
Meine Schlange
Rührt sich nicht
Nur die andere Schlange rückt weiter.

Rechts oder Links, ja, das ist ja aber
mehr als verschiedene Richtungen.
In der Politik stehen rechts
Die, die mit Knüppeln drohen und schreien.
Lieber will ich mit denen gehen,
Die auf der Straße dagegen stehen.
Aber bald sehe ich das Malheur:
Denn unsere Reihe
Rührt sich nicht
Nur die andere Reihe rückt vor.


Nur im Himmel, habe ich gehört,
sind, die rechts stehen, alle gerecht.
Und die links, die Sünder, die
müssen zum Teufel, wird gesagt.
Wenn ich dann mal gestorben bin
Will ich auch in den Himmel rein.
Aber bestimmt geschieht es schon wieder:
Meine Schlange
Rührt sich nicht
Nur die andere Schlange rückt weiter.


7. The wrong side

At the motorway there´s a traffic jam again
I am in the right hand lane
On the left they slowly move forward
And I´ve got no time
So I indicate left
Till at last someone signals to let me move over
But very soon I see the accident
Now my queue
Does not move
Only the other queue moves on.

After work I 
Want to quickly go shopping.
In front of the checkout people stand
In two queues.
This time I queue up on the left
Where I assume I can get through faster
Then something happens
Now my queue
Does not move
Only the other queue moves on.

If your interest only lies in
Having your turn faster
Then you will probably get nowhere
And will have wasted your time
What do I care about left or right
You can decide that by counting off your buttons
But for sure it´s going to happen again:
My queue
Does not move
Only the other queue moves on.

Right or left, that is
More than just a different direction
In politics, there stand on the right side
Those who threaten with their clubs and shouts
I prefer to go with those
Who stand against them in the streets
But very soon something happens
Now our queue
Does not move
Only the other queue moves on.


But I´ve heard, in heaven
That all who stand on the right side are considered the just ones
And those on the left side, the sinners
Must go to hell, as it is said
When I die
I also want to go to heaven
But for sure it´s going to happen again:
My queue
Does not move
Only the other queue moves on.


     
8. Rode  Wulken

Rode Wulken stahn an d’ Heven
En Verspreken an de neje Dag
Sacht und sinnig rullt de neje Flood
Schumig lüttje Wellen breken sük an d’ Strand
Ik kunn Di bi mi nich hollen
Hebb Di up uns Weg enerwaars verlor ´n
Luur na de Sünnenünnergang
Un de Heven steiht in Brand
Mit gleinig rode Wulken

De lüttje Fent daar in de Dünen
Stolt dreiht he sien Draken in de Wind
Upstünds giff ´t för hum nix in d’ Welt
As disse klörig Stipp, de hoog an d’ Heven steiht
Wo geern dee ik mit hum tuusken
Wiel he van d’ Leevde noch nix weet
Luur na de Sünnenünnergang
Un de Heven steiht in Brand
Mit gleinig rode Wulken

Dit Füürwark daar an d’ Heven
As de Sünn an d’ Kimm ünnergeiht
Van See her kummt en swacke Wind
Brengt en Rök daarvan, wat een mörgen verwachten kann
Und ik stah daar to wachten
Dat Du to mi weerkomen deist
Luur na de Sünnenünnergang
Un de Heven steiht in Brand
Mit gleinig rode Wulken

8. Rote Wolken

Rote Wolken stehen am Himmel
Ein Versprechen an den neuen Tag
Langsam und leise rollt die neue Flut
Kleine schaumige Wellen brechen sich am Strand
Ich konnte Dich nicht bei mir halten
Habe Dich auf unserem Weg irgendwo verloren
Warte auf den Sonnenuntergang
Und der Himmel steht in Flammen
Mit glühend roten Wolken

Der kleine Kerl da in den Dünen
Stolz dreht er seinen Drachen in den Wind
Im Augenblick gibt es für ihn nichts in der Welt
Als diesen farbigen Fleck, der hoch am Himmel steht
Wie gern würde ich mit ihm tauschen
Weil er von der Liebe noch nichts weiß
Warte auf den Sonnenuntergang
Und der Himmel steht in Flammen
Mit glühend roten Wolken

Dieses Feuerwerk da am Himmel
Als die Sonne hinter dem Horizont untergeht
Von See her kommt ein schwacher Wind
Bringt einen Duft von dem, was morgen kommt
Und ich stehe da und warte
Dass Du zu mir zurückkommst
Warte auf den Sonnenuntergang
Und der Himmel steht in Flammen
Mit glühend roten Wolken

8. Red clouds

I see red clouds in the sky
Promising a new day coming
Slowly and softly rolls the incoming tide
Little foamy waves break on the beach
There was no holding you back
I have lost you somewhere on our way
I wait for the sundown
Heaven is in flames
With burning red clouds

That little boy there in the dunes
He proudly holds his kite in the wind
In this moment, for him there´s nothing important
But that patch of colours high in the sky
I would like to swap roles with him
Because he yet does not know anything about love
I wait for the sundown
Heaven is in flames
With burning red clouds

These fireworks there in heaven
As the sun goes down behind the horizon
From the sea comes a light wind
It brings a scent of what will come tomorrow
And I stand here and wait
For you coming back to me
I wait for the sundown
Heaven is in flames
With burning red clouds

 

9. Mama  hett seggt

Mama hett seggt: „De Hunger drifft ´t rin“
Mama hett seggt: „ Du bliffst hier binn´n
Un ettst eerst up, wat ik updoon hebb
Vördem kummst du mi nich rut.“

Vader hett seggt: „Du schallst dat laten“
Vadder hett seggt: „Hier nix anfaten!
Bliev du mi van mien Warktüg of
Ik mutt di dat eerst maal lehren!“

Refrain:
Daar denk ik blot: Wat is dat schaa
Dien Smuus is för de Katt
Verkniep di dat, ik gah mien egen Padd.

De Mann an d´Döör seggt: „Du sallst glöven“
De Mann an d´Döör seggt: „Du muttst töven
Up dien Platz in ´t Hemelriek –
Steiht all hier in uns Bladd“.

An ´t Telefon hör ik: „Se hebbt wunnen!“
Un dat wi bold heel riek ween kunnen,
"Se  mööt blot disse Nummer wählen
Dat köst ok gaar nich völ..."

Refrain:

De Chef seggt: „Wi hebbt völ to doon“
De Chef seggt: „ Man du muttst nu gahn,
Du arbeidst to minn, dat köst mi to völ;
Anner Lüü arbeid meest umsünst.“

Politikers seggt: "Maakt jo Krüüz för mi!"
Politikers seggt: "Us Facklüü  
Weet, wat för ´t Land dat Beste is;
Daar gifft´t kien Alternative."

Refrain:

9. Mama  hett seggt

Mama hett seggt: „De Hunger drifft ´t rin“
Mama hett seggt: „ Du bliffst hier binn´n
Un ettst eerst up, wat ik updoon hebb
Vördem kummst du mi nich rut.“

Vader hett seggt: „Du schallst dat laten“
Vadder hett seggt: „Hier nix anfaten!
Bliev du mi van mien Warktüg of
Ik mutt di dat eerst maal lehren!“

Refrain:
Daar denk ik blot: Wat is dat schaa
Dien Smuus is för de Katt
Verkniep di dat, ik gah mien egen Padd.

De Mann an d´Döör seggt: „Du sallst glöven“
De Mann an d´Döör seggt: „Du muttst töven
Up dien Platz in ´t Hemelriek –
Steiht all hier in uns Bladd“.

An ´t Telefon hör ik: „Se hebbt wunnen!“
Un dat wi bold heel riek ween kunnen,
"Se  mööt blot disse Nummer wählen
Dat köst ok gaar nich völ..."

Refrain:

De Chef seggt: „Wi hebbt völ to doon“
De Chef seggt: „ Man du muttst nu gahn,
Du arbeidst to minn, dat köst mi to völ;
Anner Lüü arbeid meest umsünst.“

Politikers seggt: "Maakt jo Krüüz för mi!"
Politikers seggt: "Us Facklüü  
Weet, wat för ´t Land dat Beste is;
Daar gifft´t kien Alternative."

Refrain:

9. Mama said

Mama said: „The hunger drives"
Mama said: „You stay in here
And first empty your plate
Otherwise you´ll not be allowed go outdoors.“

Father said: „Don´t do it“
Father said: „Don´t touch anything!
Stay away from my toolbox
I got to teach you first!“

Chorus:
But I think: What a pity
Your blabber is just a waste of time
Forget it, I have my own opinion.

The man at the front door says: „You'd better believe“
The man at the front door says: „You have to wait
Your place in the Kingdom of Heaven-
It´s all laid out here in our tract.“

On the telephone someone says: „You won!“
And that we could be quite rich very soon,
„You just got to dial this number,
It doesn´t cost the earth...“

Chorus:

The Boss says: „We´ve got a lot work to do“
The Boss says: „ But you got to go now,
You work too little, that costs me too much;
Other people work for almost nothing.“

Politicians say: „Give me your vote!“
Politicians say: „Our experts
Know, what is the best for our country;
This is the only alternative.“

Chorus:

 

10. Stuurkopp

Ja, se is ´n Stuurkopp
Mit heel lange Haaren,
Ik will di maal wat seggen:
Vör hör muttst di wahren!
Kumm ik na Huus, seggt se:
"Wat denn, so laat?
Tööv man, du Dööskopp,
Ik krieg di gliek faat!"
Ik segg: "Deern, mien Söten,
Dat mutt bold maal anners worden".

Ja, se is ´n Stuurkopp
Mit heel lange Haaren,
Ik will di maal wat seggen:
Vör hör muttst di wahren!
Se steiht vör d´ Kleerschapp
In hör Unnerbüx:
"Hier ´s nix wat mi good steiht-
Woso köffst du mi nix?"
Ik segg: "Deern, mien Nasicht
De geiht mi bi lüttjen verloren".

Ja, se is ´n Stuurkopp
Mit heel lange Haaren,
Ik will di maal wat seggen:
Vör hör muttst di wahren!
Man ik bün tofree
Mit elkeen Krakeel;
Na d´ Striet kummt ´t Versöhnen,
Denn is „Danz up de Deel“.
Ik segg: "Deern, wat beters
As du kunn mi gaar nich passeern".

10. Dickkopf

Ja, sie ist ein Dickkopf
Mit sehr langen Haaren,
Ich will dir mal was sagen:
Vor ihr mußt du dich in acht nehmen!
Komm ich nach Haus, sagt sie:
„Was denn, so spät?
Warte nur, du Döskopp,
gleich krieg ich dich zu fassen!“
Ich sage: „Mädchen, meine Süße,
Das muss bald mal anders werden.“

Ja, sie ist ein Dickkopf
Mit sehr langen Haaren,
Ich will dir mal was sagen:
Vor ihr mußt du dich in acht nehmen!
Sie steht vor dem Kleiderschrank
In ihrer Unterhose:
„Hier gibts nichts, was mir gut steht-
Wieso kaufst du mir nichts?“
Ich sag: „Mädchen, meine Nachsicht
Geht mir allmählich verloren.“

Ja, sie ist ein Dickkopf
Mit sehr langen Haaren,
Ich will dir mal was sagen:
Vor ihr mußt du dich in acht nehmen!
Aber ich bin zufrieden
Mit jedem Geschrei
Nach dem Streit kommt die Versöhnung
Und dann geht es richtig ab
Ich sag: „Mädchen, was Besseres
Als du konnte mir gar nicht passieren.“

10. She´s stubborn

Yes, she´s stubborn
With very long hair
Let me tell you this:
You'd better beware of her!
When I come home, she says:
Why is it, that you´re so late?
Just you wait, you dumbhead
Till I get hold of you
I say: „Girl, my sweetheart,
This had better change for the better soon.“

Yes, she´s stubborn
With quite long hair
Let me tell you this:
You better beware of her!
She stands before the wardrobe
In her underwear:
There's nothing here, that suits me
Why don´t you buy me something new?“
I say: „Girl, my patience
Is wearing thin.“

Yes, she´s stubborn
With quite long hair
Let me tell you this:
You better beware of her!
But I´m happy
With each row
After fighting comes reconciliation
And then it´s really great
I say: „Girl, you are the best thing
That ever happened to me.“

 

11. Mien Week

Elke Mörgen, wenn ich upwaakt bün
Kiek ik na d´ Kalenner hen
Is dat Maandag of Dingsdag
Legg ik mi futt weer hen

Und an Middeweek, ja, daar weet ’k neet recht
Of ik nu all weer upstahn mutt
Man de Dönnerdag is beter
Daar kiek ik all to ´t Fenster rut

Kummt de Fredag, ja denn schient de Sünn
Un ik jump in de Kledage rin
Denn nu mutt eerst maal ’n Plaan her
Wo ik dit Wekenenn weer bün

Nu kummt dat Beste van de hele Week
Denn an ’n Saterdag gah ik up Rutt
All de Deerns de up mi wachen
De ik all noch glückelk maken mutt

Denn an Sündag slaap ik eerst mal ut
Un kiek na de anner Beddsied hen
Denn ik kann neet seker weeten
Of ik denn de Deern noch kenn

11. Meine Woche

Jeden Morgen, wenn ich aufgewacht bin
Schau ich auf den Kalender
Ist es Montag oder Dienstag
Leg ich mich sofort wieder hin.

Und am Mittwoch, ja, da weiß ich nicht recht
Ob ich jetzt schon wieder aufstehen muss
Aber der Donnerstag ist besser
Da schau ich schon zum Fenster raus

Kommt der Freitag, ja, dann scheint die Sonne
Und ich spring in die Klamotten rein
Denn jetzt muß erstmal ein Plan her
Wo ich an diesem Wochenende wieder bin.

Jetzt kommt das Beste von der ganzen Woche
Denn am Sonnabend geh ich auf den Zwutsch
All die Mädels, die auf mich warten
Die ich alle noch glücklich machen muß

Dann am Sonntag schlaf ich erstmal aus
Und guck zur anderen Bettseite rüber
Denn ich bin mir nicht sicher
Ob ich dann das Mädel noch kenn

11. My Week

Every morning, when I wake up
I take a look on the calendar
If it´s Monday or Tuesday
I lay right back down again

And on Wednesday I am not sure
Whether I got to get up now
But on Thursday it´s better
Then you´ll see me looking out the window.

Then comes Friday, the sun is shining
And I jump into my clothes
Because now I need to make plans
About where I´ll be going to spend this weekend

Now comes the best of the whole week
Because on Saturday I make a night of it
All the girls are waiting for me
All of whom I got to make happy.

Then on Sunday, I have a good sleep
And then take a look to the other bedside
Because I am not sure
If I can remember who the girl is lying next to me

 
             
  

12. Rezept

Karnmelk bruukst du rund en Liter
Söte Rohm kummt ok daar rin.
Daarto noch en frisket Ei
Un twee Lepels Mondamin.

Trenn van ´t Ei dat Gele of,
Un stell di dat Witte t´recht
Slaa dat mit de Mixer stiev,
Nimm van d´ Rohm twee Lepels weg.

Refrain:
Karnmelksopp mit Eisneeiklütjes:      
Lecker Eten – kold of heet,
Söt un suur, so as de Leevde,           
Tüsken Heven un Hartleed.

Mondamin un ´n bietje Karnmelk
Röhrst du sacht gladd mit de Rohm.
Sett de över Karnmelk d´r an,
Stell ´t up ´t Füür un röhr good um.

Denk ik an de Rohm, fallt mi stracks noch in: Waar is sachs mien Deern?
Eisneeiklütjes sünd lecker, man ik mag ok hör Duutjes geern.
In de Köken stahn, Eisneei  stockstiev slaan, daar is ja nix bi
Man sien Deern tofree maken, dat is de rechte Töveree.

Nimm van d´ Eisneei mit en Lepel
Lüttje Klumpen of, un sett
De up d´ Sopp un laat se trecken
Fiev Minüten, nich to heet!

Pass up, dat daar nix anbrannt,
Deck de Pott mit d` Deckel to
Denn krigg Tellers up de Disch,
Un wi hoopt, dat mundjet jo.

Refrain:

Mondamin un Ei, is mi liekevöl, wenn ik hör nich seh
Man wenn ik en Spier van Gewürzen ruuk, denn is alls up Stee.
Na en Spier Kaneel un Vanille ruckt overall mien Deern
Un dat mahnt mi an wat ik leven doo, ik ruuk hör so geern.

Refrain:

12. Rezept

Buttermilch brauchst du rund einen Liter
Süßer Rahm kommt auch hinein
Dazu noch ein frisches Ei
Und zwei Löffel Speisestärke.

Trenn vom Ei das Gelbe ab,
Und stell Dir das Weiße zurecht
Schlag es mit dem Mixer steif
Nimm vom Rahm zwei Löffel ab.

Refrain:
Buttermilchsuppe mit Eischneeklößchen
Leckeres Essen – kalt oder heiß
Süß und sauer, so wie die Liebe
Zwischen Himmel und Kummer.

Speisestärke und ein bisschen Buttermilch
Rühre vorsichtig mit dem Rahm glatt.
Gib die übrige Buttermilch hinzu
Stell es aufs Feuer und rühre gut um.

Denk ich an den Rahm, fällt mir gleich ein: Wo ist eigentlich mein Mädchen?
Eischneeklößchen sind lecker, aber ich mag auch ihre Küsse.
In der Küche stehen, Eischnee steif schlagen, da ist ja nichts dabei.
Aber sein Mädchen zufrieden machen, das ist die rechte Zauberei.

Nimm vom Eischnee mit einem Löffel
Kleine Klöße ab und setze
Sie auf die Suppe und laß sie ziehen
Fünf Minuten, nicht zu heiß!

Paß auf, dass da nichts anbrennt,
Deck den Topf mit dem Deckel zu
Dann stell Teller auf den Tisch
Und wir hoffen, es mundet euch.

Refrain:

Mondamin und Ei ist mir einerlei, wenn ich sie nicht seh
Aber wenn ich einen Hauch Gewürze rieche, ist alles bestens
Nach ein bisschen Zimt und Vanille riecht mein Mädchen überall
Und das erinnert mich an das, was ich liebe, ich rieche sie so gern.

Refrain:

12. Recipe

You need about one litre of buttermilk
Also cream is needed
One fresh egg goes with that
And two spoons of cornflour.

Separate the egg yolk
From the white of the egg
Beat that with the mixer until stiff
Take two spoons full from the cream

Chorus:
Buttermilk soup with blobs of foam from beaten white of egg
Delicious cooking – cold or hot
Sweet and sour, the way love is
Between heaven and heartbreak

Stir some cornflour and a little buttermilk
Carefully together with the cream
Add the rest of the buttermilk
Put it on the fire and stir it well.

Thinking of cream reminds me of my girl – where is she?
Meringue dumplings are lovely, and so are her kisses
Standing in the kitchen beating the white of egg until stiff is nothing
But making your girl satisfied, that is a true conjuring trick

Take the egg whites with a spoon
Small dumplings and put
Them in the soup and let them simmer
For five minutes, not too hot!

Watch out, don´t let it get burned
Put the lid on the pot
Then put some plates on the table
And we hope, it tastes delicious for you

Chorus:

Cornflour and Eggs are all the same to me, if I don´t see her
But when I smell a breath of spice everything is all right
My girl has a touch of cinnamon and vanilla everywhere upon her
And that reminds me of what I love, I like so much to smell her

Chorus:

 

13. De Welt in een Leed

Ik bün half verfror´n, van de Regen messnatt
Hebb siet twee Dag al bold keen Slaap mehr hatt
Und doch will ik
Weer up Tour gahn

Nachts up de Straat süchst kien Auto mehr
De annern de slapen und dien Ogen worden swaar
So is dat
Wenn Du up Tour büst

Refrain:
Ik fahr van d´ Noordsee heel daal na Bayern
Van ’t Ruhrgebiet na Meckelnbörg
Hebb dat allens up mi nohmen för de een Moment
Wenn de Vörhang upgeiht und dat Lücht endlich brennt
Dat is för mi
De Welt in een Leed
Wenn de Band endlich spölt
Hebb ik alls vergeten
Dat is mien Leven

Ik bün hengahn waarhen de Wind mi weiht
Wuss al faken neet mehr wo ’t wieder geiht
Doch dann muss ik
Weer upstahn

Ik hebb mennig een van mien Frünnen verlor´n
Hebb ok nejen funnen, man dat is minner worden
Mit de Jahren
De ik up Tour bün

Refrain:

13. Die Welt in einem Lied

Ich bin halb erfroren, vom Regen durchnässt
Habe schon zwei Tage lang fast nicht geschlafen
Und doch will ich
Wieder auf Tour gehen

Nachts auf der Straße siehst du kein Auto mehr
Die anderen schlafen und deine Augen werden schwer
So ist das
Wenn du auf Tour bist

Refrain:
Ich fahre von der Nordsee ganz bis nach Bayern runter
Vom Ruhrgebiet bis nach Mecklenburg
Habe das alles auf mich genommen für den einen Augenblick
Wenn der Vorhang aufgeht und das Licht endlich brennt
Das ist für mich
Die Welt in einem Lied
Wenn die Band endlich spielt
Habe ich alles vergessen
Das ist mein Leben

Ich bin hingegangen, wo der Wind mich hingeweht hat
Wußte schon oft nicht mehr, wie es weiter geht
Doch dann musste ich
Wieder aufstehen

Ich habe manch einen von meinen Freunden verloren
Habe auch neue gefunden, aber das ist weniger geworden
Mit den Jahren
Die ich auf Tour bin.

Refrain:

13. The whole world in one song

I´m half-frozen, drenched by the rain
Haven´t slept for almost two days
But still I want
To go on a tour

On the road by night you don´t see any cars any more
The others sleep, and your eyelids grow heavy
That´s the way it goes
When you are on a tour

Chorus:
I drive from the North Sea all the way down to Bavaria
From the Ruhr to Mecklenburg
I put it all on me for a moment
When the curtain opens and the lights are on at last
To me this really is like
The whole world in one song
When the band plays at last
I ´ll forget everything else
This is what I´m living for

I went to where the wind has blown me
Often I didn´t know how to carry on
But then I had to
Stand up again

I´ve lost many a friend
Found new ones, too, but that has happened less often
Through the years
That I´m on tour

Chorus: